Taj Mahal

Ein abenteuerlicher Wochenendtrip von Bangalore über Delhi nach Agra und zurück steht bevor.
Die beste Möglichkeit von Delhi nach Agra zu kommen ist der schnellste Zug Indiens, der Gatimaan Express. Für diesen muss man jedoch ein paar Tage oder besser eine Woche oder mehr im voraus einen Platz reservieren, was ich leider aus Unwissenheit nicht getan habe. Ich mache mich also auf den Weg nach Delhi ohne genau zu wissen wie ich nach Agra komme. Mein Hotel habe ich in der Nähe des Bahnhofs Hazrat Nizamuddin gewählt. Bis spät in die Nacht dröhnt Baustellenlärm in das Zimmer. Nur mit Ohrstöpseln kann ich ein paar Stunden schlafen. Es ist noch dunkel als ich am nächsten Morgen schon vor 6Uhr vom Hotel mit einer Motorriksha zum Bahnhof fahre, um ein Zugticket zu kaufen. Am Bahnhof angekommen bin ich zunächst von der Szenerie überwältigt. Ein derart hektisches Treiben hatte ich dort um diese Zeit nicht erwartet und zwischen all dem liegen überall auf dem Boden und auf den Treppen noch schlafende Leute. Mit etwas Mühe finde ich die nächstbeste Möglichkeit nach Agra zu kommen und kaufe mir ein Ticket für den Taj Express. Man sollte sich möglichst ein AC Ticket mit Sitzplatzreservierung kaufen, da man sonst nicht nur unbequemer sitzt, sondern auch Gefahr läuft im Zug stehen zu müssen. Ich hatte leider kein AC Ticket, dafür hat mich die Fahrt für die knapp 200km aber auch nur 1€ gekostet. Das selbst Kinder im fahrenden Zug an der offenen Tür sitzen ist nichts ungewöhnliches.Mit ca. 40min. Verspätung komme ich in Agra an und will dort als erstes ein Ticket für die Rückfahrt am späten Nachmittag kaufen. Leider gibt es für diesen Tag jedoch keine Zugtickets mehr, so dass ich wohl eine Busfahrt in Kauf nehmen muss. Für etwas mehr als 9€ buche ich mir an einem Stand am Bahnhof einen Fahrer, der mich den Tag über zu den verschiedenen Stellen in Agra fährt und am Nachmittag dann bei der Busstation absetzt. Erster Stop ist das Taj Mahal, das Grab von Mumtaz Mahal, der großen Liebe von Großmogul Shah Jahan. Noch bis Anfang des Jahres war das Monument zur Reinigung der Außenfassade teilweise eingerüstet, nun erstrahlt der Marmor bei wolkenlosen Himmel wieder weiß wie nach der Errichtung um ca. 1650. Auch hier gilt, wie für scheinbar alle indischen Sehenswürdigkeiten, dass man einen Besuch am Wochenende vermeiden sollte, da diese auch bei den Einheimischen sehr beleibt sind. Die Fotos zeigen, dass bereits am Vormittag unzählige Besucher dort sind. Unendliche lange Schlangen beim Eintritt und auch auf bzw. in das Mausoleum kann man als ausländischer Besucher jedoch passieren. Das ist zwar sehr angenehm, die Bevorteilung ruft aber ein etwas ungutes Gefühl den armen Indern gegenüber hervor, die stundenlang anstehen müssen. Es ist nicht nur schön, sondern auch beindruckend das bekannte Taj Mahal zu besuchen. Der erste Blick durch das Tor des Eingangsgebäudes ist bereits fantastisch. Natürlich fehlen hier auch nicht die Affen, die eigentlich fast in jedem Tempel zu finden sind.Nach dem Taj Mahal esse in einem südindischen Restaurant Poories. Anschließend geht es weiter zum roten Fort. Wie das Taj Mahal liegt auch das rote Fort am Fluß Yamuna. Die 21m hohen Mauern stammen ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert. Man hat von hier auch noch mal einen schönen Blick auf das ca. 2,5km entfernte Taj Mahal.Die Busfahrt für die weniger als 200km lange Strecke dauert ca. 4h. Für die letzten Kilometer zum heutigen Hotel buche ich mit Ola eine Fahrt. Ein anstrengender Tag, der mit all seinem Erlebnissen im Detail viele Seiten füllen könnte. Den Sonntag lasse ich ruhig angehen und habe somit vor meiner Rückreise nur wenig Zeit für die Sehenswürdigkeiten von Delhi. Allein hierfür könnte man sicher noch ein paar Tage zusätzlich anhängen. Auch in Delhi gibt es ein rotes Fort, dass ich mir aus Zeitgründen jedoch nur von außen anschauen kann.Gegen 21:30h komme ich wieder im Hotel in Bangalore an und morgen ist dann wieder “Business as usual” angesagt.

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