Tortuguero

Das Gewitter hat fast die ganze Nacht angedauert. Zwischendurch war mal kurz Stromausfall und geregnet hat es richtig viel. Eigentlich wollte ich um 5:40h bereits meine Kanutour durch den Park beginnen, aber es regnet unaufhörlich. Der Beginn wird auf 8:30h verschoben, aber es regnet immer noch. Gegen 9:00h als ich mir gerade ein Frühstück bestellt habe hört es endlich auf. Ich verschiebe die Tour auf den nächsten Tag in der Hoffnung, dass es dann nicht wieder regnet. Als Plan B beginne ich meine Wanderung am Strand und biege von dort rechts in den Dschungel ab. Der Pfad ist natürlich teilweise überschwemmt vom Regen. Ein etwas komisches Gefühl knöcheltief durch den Dschungelschlamm zu stapfen. Es sind aber immer nur mal ein paar Meter und Blutegel oder anderes Getier scheint in den Pfützen nicht zu sein. Während ich mal wieder mit dem Autofokus meiner Kamera kämpfe um eine Spinne zu fotografieren, da raschelt es auf einmal über mir. Ein Gruppe Kapuzineraffen macht sich über die Beeren eines Baumes her.DSCN2352 DSCN2353Die Spinne sieht so ähnlich aus wie die auf Borneo, ist aber nicht ganz so groß. Es ist immer gut, wenn man seine Augen überall hat. So ein Exemplar hängt etwas später auf Augenhöhe mitten über dem Pfad.DSCN2356Rechts und Links hört man es immer rascheln, wenn die Eidechsen schnell verschwinden. Manchmal verharrt die eine oder andere aber auch.DSCN2380Nach einer Weile heißt es wieder Augen nach oben. Es raschelt im Laub. Diesmal sind es Klammeraffen, oder Spider Monkeys. Die benutzen Ihren Schwanz wie einen zusätzlichen Arm. Nicht schlecht zum Klettern, wenn man 5 Arme hat.DSCN2363 DSCN2365 DSCN2362Der Pfad verläuft parallel zum Strand und immer wieder gibt es Abzweigungen dorthin, die ich gelegentlich nutze um mich in der Brandung zu erfrischen. Während ich bade fliegen drei große Aras über die Palmwipfel. Wirklich schön diese großen Papageien mal in freier Wildbahn zu sehen. Die am Strand und im Wald beheimateten Krebse sind wie die Echsen meist viel zu schnell verschwunden, aber halt nicht immer.DSCN2394Überall am Strand sieht man noch als tiefe Mulden die Nester der riesigen Schildkröten. Es sind hunderte. Das muss ein tolles Erlebnis sein, wenn die Eiablage und das Schlüpfen “Hochsaison” haben. Im Dickicht noch ein brauner Helmbasilisk, der aufgrund seiner Fähigkeit übers Wasser laufen zu können gelegentlich auch Jesus Christus Echse genannt wird.DSCN2401Meine Tierliebe zahlt sich kurz darauf nicht aus. Als ich den Blick nach unten gerichtet habe sehe ich sehr viele Ameisen auf dem Boden und überlege kurz wie ich auf möglichst wenige drauftrete. Dieser kleine Moment hat den Ameisen gereicht um zum Angriff überzugehen. Da ich ja nur Flip-Flops anhabe erklimmen sofort ein paar meine nackten Füße und beißen sich darin fest. Augenblicklich macht sich ein brennender Schmerz breit. Diesmal waren es nicht die friedlichen Blattschneider-, sondern Treiberameisen.DSCN2405Als ich ein Stück am Strand weitergehe entdecke ich diese Spuren. Offensichtlich ist hier vor kurzen eine größere Raubkatze spazieren gegangen. Der Pfotenabdruck hat etwa die Größe meiner Faust. Das muss ein Jaguar oder Puma gewesen sein. Die anderen Raubkatzen die es hier gibt haben kleinere Pfoten. Ich folge der Spur noch eine ganze Weile bis sie im Dschungel verschwindet.DSCN2390Den ganzen Weg bisher ist mir noch kein Mensch begegnet, und das wird auch auf dem Rückweg so bleiben. Nach ca. 2,5h kehre ich um, aber man könnte vermutlich noch 1-2 Tagesmärsche weiterwandern, bevor man wieder auf bewohntes Gebiet stößt. Hier noch ein paar Dschungelimpressionen.DSCN2408 DSCN2383Mit zunehmender Dämmerung kommen auch andere Jäger zum Vorschein. Ich möchte hier nicht im Freien übernachten müssen.DSCN2414Bis es dunkel wird bleibe ich noch am Strand. Es ist hier heute richtig angenehm. Trotz des Regens ist die Luftfeuchtigkeit nur bei ca. 75% und die Temperaturen sind etwas unter 30°C.DSCN2409 DSCN2416Anfänglich sah es wettermäßig gar nicht so gut aus, aber in den Tropen kann sich das halt sehr schnell ändern. Es geht ein weiterer, schöner Urlaubstag zu Ende.