Uluru

Am Morgen bin ich von Sydney zum ca. 2000 km entfernten Connellan Airport geflogen. Das ist mitten im roten Herz von Down Under und nur wenige Kilometer vom Uluru (besser bekannt als Ayers Rock) entfernt.
Nach ca. 2 ¾ Stunden Flugzeit öffnen sich die Türen wieder im Outback. In der Sonne über dem Asphalt des Flughafens sind es wohl geschätzte 50 °C bis 60 °C. Gefühlt könnte man glauben, die Triebwerke blasen die heiße Luft direkt auf die Gangway. Die Temperaturanzeige meines Mietwagens zeigt mir später während der Fahrt, dass es 43 °C im Schatten sind. Ich verlasse den Flughafen und nehme das erste Mal am Linksverkehr teil. In den letzten Tagen durfte ich ja schon meine Erfahrungen als Fußgänger in einem Land mit Linksverkehr machen. An der Straße erst nach rechts schauen, auf der Treppe oder dem Gehweg vorzugsweise links gehen usw.
Die Gegend hier befindet sich bereits in einer anderen Zeitzone als Sydney (0,5h zurück). Hinzu kommt noch 1 h wegen der Sommerzeit, die es nicht in jedem Bundesstaat gibt. Nach ca. 6 km erreiche ich die Outback Pioneer Lodge in Yulara. Die Klimaanlage hat es bis dort nicht geschafft, den Wagen zu kühlen. Überall hängen Warnschilder, dass man genug trinken muss, um nicht zu dehydrieren. Mindestens 1 Liter pro Stunde wird empfohlen. Ich kühle mich im klimatisierten Visitor Center erst mal ab und gehe im Anschluss zum Supermarkt, den es hier im Ressort auch gibt, um ein paar Liter Wasser und was zu essen zu kaufen. In der Lodge angekommen akklimatisiere ich mich noch eine Stunde und fahre dann so gegen 15 Uhr zum Uluru, den man aus dem Flugzeug bereits gut sehen konnte. Alle wichtigen Informationen zum Uluru Kata Tjuta Nationalpark gibt es hier. Mittlerweile ist es zum größten Teil bedeckt, sodass die Temperaturen nicht weiter steigen. Man kann sich gut vorstellen, dass man in dieser Gegend ohne ausreichend Flüssigkeit kaum einen Tag überleben würde. Es wird auch dringend abgeraten Wanderungen alleine durchzuführen. Ich umrunde den Uluru mit dem Auto und unternehme nur kurze Abstecher zu Fuß. Selten treffe ich noch andere Verrückte, die in der Hitze hier herumlaufen.
Einige heilige Stätten der Aborigines dürfen nicht fotografiert werden. Besonders hier im Outback kommt man auch unfreiwillig mit einem Tier in Kontakt. Die australische Fliege. Circa halb so groß wie unsere Stubenfliege suchen die kleinen Mistviecher gezielt Augen, Nase und Ohren auf. Vermutlich wegen der Feuchtigkeit. Einfach nur lästig. „Outback Profis“ tragen eine Mütze mit einem „Fliegenschleier“. Beeindruckend ist die Stille hier draußen. Außer gelegentlichen Vogellauten ist nichts zu hören. Das „Grundrauschen“ der zivilisierten Welt existiert hier nicht. Die verbleibende Zeit bis zum Sonnenuntergang verbringe ich, wie viele andere auch, wartend im Auto. Die Wolken meinen es jedoch nicht gut mit uns. Kurz vor Sonnenuntergang scheint die Sonne jedoch noch durch ein kleines Loch in den Wolken und lässt so erahnen, wie sie den Uluru „zum Glühen“ bringen kann. Mittlerweile habe ich meine 3,5 l Wasser auch schon ausgetrunken und fahre zurück zum Ressort, wo bereits ein kühles Blondes am Pool auf mich wartet.

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